Wirtschaftlicher Erfolg und ethisches Handeln in Unternehmen- ein Dilemma?

Reflexion als Weg zu ethischem werteorientierten Handeln

SEPARATUM — Ökonomie und Ethik
Beiträge aus Wirtschaft und Geschichte Stuttgarter historische Studien zur Landes- und Wirtschaftsgeschichte,
Band 28/2017, Kapitel III

Ein Beitrag von:
Dr. Ursula Grooterhorst, Rechtsanwältin, Mediatorin und Coach, Düsseldorf

  1. Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
  2. Beispiele für wirtschaftlichen Erfolg unter Berücksichtigung ethischer Unternehmensentscheidungen
  3. Bedenken gegen ethisches Handeln im Hinblick auf wirtschaftlichen Erfolg
  4. Ethisches Handeln in der Wirtschaft kein Paradoxon, aber ein Dilemma?
  5. Der Ausweg im Fall eines Dilemmas zwischen Wirtschaftlichkeit und ethischen Grundsätzen
    1. Aushalten des Dilemmas
    2. Überwindung des Dilemmas durch „weiteres“ „anderes“ Denken
    3. Auflösung des Dilemmas durch eine werteorientierte „Geisteshaltung
    4. Erlangung einer unternehmerischen werteorientierten „Geisteshaltung“ aufgrund von (normierten) ethischen Vorgaben?
    5. Erlangung einer werteorientierten Haltung durch Reflexion
      1. Reflexion zur Erlangung einer inneren Haltung
      2. Reflexion auf Unternehmensebene
      3. Reflexion auf Führungskräfteebene
    6. Welche Haltung führt zu einer humaneren Wirtschaft und trägt zur Lösung eines Dilemmas zwischen ethischem Handeln aufgrund sozialer Verantwortung und wirtschaftlichem Handeln bei?
      1. Was ist der Mensch?
      2. Was ist der „Andere“?
        1. Bedeutung des „Anderen“ für die Entwicklung der Wirtschaft
        2. Definition des „Anderen“
        3. Die Bedeutung des „Anderen“ bei der Hinwendung der Wirtschaft zum Stakeholder-Prinzip
      3. Gibt es ein „höheres“ über den Einzelnen hinausgehendes Ziel im Unternehmen?

  6. Verantwortung der Unternehmen zur Schaffung von Rahmenbedingungen zur Förderung von werteorientiertem Handeln
  7. Verantwortung der Hochschulen zur Förderung von Ethik im Rahmen der Managementausbildung
  8. Ergebnis

Soziale Verantwortung als Aufgabe einer nachhaltigen Unternehmensführung, die ethisches Handeln in Unternehmen fordert, ist aktueller denn je. Unzählige Veranstaltungen für Unternehmer beschäftigen sich mit dem Thema, wie soziale Verantwortung von Unternehmen (CSR) in Managementsystemen verankert werden kann. Zunehmend wird das unternehmerische Handeln aus einer ethischen Perspektive betrachtet. Aufgrund großer Skandale und einer kritischen Öffentlichkeit wird von Unternehmen immer mehr ein moralisches Handeln eingefordert. Wieviel Ethik kann ein Unternehmen sich jedoch leisten? Wie ist das Verständnis von Ethik im Zusammenhang mit dem Gewinn des Unternehmens zu sehen?

I. Historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs

Nachhaltigkeit ist auch eine ethische Kategorie1. Somit gibt die historische Entwicklung des Begriffs der „Nachhaltigkeit“ Auskunft darüber, inwiefern das unternehmerische Handeln ethischen Anforderungen genügen soll.

Während in den 70-er Jahren die Auffassung vorherrschte, dass soziale Verantwortung in Unternehmen im Wachstum von Gewinnen2 bestand, entwickelte sich später ausgehend von der Brundtland Kommission (1987)3 die Definition des Nachhaltigkeitsbegriffs dahingehend, dass Ökonomie und Ökologie in Einklang gebracht werden müssen. Danach sind Unternehmen nur nachhaltig, wenn sie eine dauerhafte Entwicklung nehmen, die „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

Der Nachhaltigkeitsbegriff wurde durch die sog. triple bottom line4 ergänzt, wonach die drei Bereiche der Ökonomie, der Ökologie und des Sozialen beim Handeln von Unternehmen Berücksichtigung finden müssen, um von nachhaltigem Handeln sprechen zu können. Das bedeutet, dass Unternehmen so wirtschaften sollen, dass sie auch in Zukunft noch erfolgreich sein können, d.h. ihre strategische Ausrichtung muss zukunftsgerichtet sein. Dabei müssen sie sich so verhalten, dass die natürlichen Ressourcen nicht aufgebraucht werden, sondern auch der nachfolgenden Generation in gleichem Umfang zur Verfügung stehen. Gleichzeitig müssen die Unternehmen für gute Arbeitsbedingungen sorgen, so dass die Arbeitnehmer keinen gesundheitlichen Schaden nehmen und ihre Familie und ihren Beruf miteinander in Einklang bringen können.

Der Nachhaltigkeitsbegriff befindet sich seit seiner Neudefinition in ständiger Entwicklung und wird auf weitere Lebensbereiche ausgedehnt. Unternehmen wie auch Institutionen arbeiten an einem Umdenken, wie an den nachfolgenden Beispielen deutlich wird:

Der Global Compact der Vereinten Nationen – eine freiwillige Initiative zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens - wurde im Jahre 2000 gegründet, nachdem Kofi Annan in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos vom 31.1.1999 den Appell formuliert hatte, „dem Weltmarkt solle ein menschliches Antlitz verliehen werden“5.


Die Internationale Normungsorganisation (International Organisation for Standardisation, ISO) hat im November 2010 mit der Norm ISO 26000 einen Leitfaden für Unternehmen und Organisationen veröffentlicht, der Orientierung und Empfehlungen dafür gibt, welches Handeln als gesellschaftlich verantwortlich angesehen werden kann. Die deutsche Fassung dieser internationalen Norm wurde als DIN ISO 26000 im Januar 2011 veröffentlicht.

Am 13.10.2011 hat der Rat für nachhaltige Entwicklung, den die deutsche Bundesregierung im Jahre 2001 berufen hat und der sie bei ihrer Nachhaltigkeitspolitik berät und Vorschläge zur Fortentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie macht, den Deutschen Nachhaltigkeitskodex beschlossen. ­Danach sollen Nachhaltigkeits­leistungen von Unternehmen unter dem Aspekt der Ökologie, des Sozialen und der Unternehmensführung in einer Datenbank sichtbar gemacht und mit einer höheren Verbindlichkeit transparent und vergleichbar werden. Darüber hinaus werden die Schritte zu einer Entsprechenserklärung von Unternehmen beschrieben. Der Nachhaltigkeitskodex soll eine breite Anwendung in der deutschen Wirtschaft finden und eignet sich daher für Unternehmen jeder Größe und Rechtsform.


Das EU-Parlament hat mit anschließender Zustimmung des EU-Rates im Jahre 2014 die CSR Richtlinie verabschiedet, um die Transparenz und die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Aspekte von Unternehmen in der EU zu erhöhen. Unternehmen, die im öffentlichen Interesse stehen, sollen künftig stärker über ihr Engagement im Umweltschutz, über soziale und auf die Mitarbeiter bezogene Initiativen, die Achtung der Menschenrechte und über Aspekte der Korruptionsbekämpfung berichten.

Die CSR-Richtlinie legt neue Berichtspflichten für große Unternehmen von öffentlichem Interesse fest, d.h. insbesondere für börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Sie müssen in ihren Lageberichten künftig stärker als bisher auf wesentliche nichtfinanzielle Aspekte der Unternehmenstätigkeit eingehen. Diese Angaben müssen – wie auch die Lageberichte – veröffentlicht werden.

Den Entwurf eines Umsetzungsgesetzes zur CSR-Richtlinie hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz am 11.3.2016 veröffentlicht6. Die Umsetzung der Richtlinie ins deutsche Recht hat bis zum 16.12.2016 zu erfolgen.

Auf dem Nachhaltigkeitsgipfel im September 2015 im UN-Hauptquartier in New York haben 150 Staats- und Regierungschefs unter dem Motto, „die Welt zu verändern“ , 17 zentrale Ziele beschlossen, um den staatlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit global und national voranzutreiben. Im Rahmen einer Anhörung des Parlamentarischen Beirates für nachhaltige Entwicklung wurde am 8. Juni 2016 im Bundestag öffentlich diskutiert, ob der Nachhaltigkeitsbegriff als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen werden sollte. Der Verfassungsrang wäre ein Instrument, die Kurzatmigkeit der Gesellschaft in allen Bereichen zugunsten langfristigen Denkens zu beseitigen7.

Fazit: Die geschichtliche Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs zeigt, dass die drei Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziale Verantwortung zusammengehören und dass dort, wo die Bereiche sich überschneiden, ethisches Handeln möglich ist. Welche Schlussfolgerungen müssen jedoch gezogen werden, wenn die Bereiche sich in konkreten Fragestellungen widersprechen? Wenn soziale Verantwortung sich nicht rechnet? Welchem Bereich ist dann der Vorzug zu geben? Kommt es dann auf ethisches Handeln nicht mehr an? Welche unternehmerischen Entscheidungen werden dann getroffen? Wie werden sie getroffen? Welchen Ausweg gibt es aus dem Dilemma?

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II. Beispiele für wirtschaftlichen Erfolg unter Berücksichtigung ethischer Unternehmensentscheidungen

Die Realität zeigt, dass es Unternehmen gibt, die sich ethischem Handeln verpflichtet sehen, dies bei ihrer Unternehmensführung berücksichtigen und dabei erfolgreich wirtschaften. Da sind diejenigen, die sich einer Transparenz verschrieben haben, die zur Zufriedenheit aller beitragen soll und sogar die Transparenz hinsichtlich des Verdienstes einschließt. Zuallererst soll es dem Mitarbeiter gut gehen. Da sind diejenigen, die der Faustischen Versuchung durch Fortsetzung von Zahlenreihen widerstehen, die unabhängig vom Statussymbol des eigenen Marktanteils eigene Entscheidungen treffen, die sich gegen ein Wachstum richten. Da sind diejenigen, die sich in Frage stellen, einen eigenen Weg gehen und sich individuell der Frage nach der Verantwortung unterziehen z. B. bezogen auf Ökologie oder Gemeinwohlökonomie. Da sind diejenigen, die auf Selbststeuerung der Mitarbeiter und Eigeninitiative setzen statt auf Zielvorgaben, die Führung durch Bewusstseinserweiterung ersetzen und auf die Einsichtsfähigkeit der Mitarbeiter setzen, die eine Fehlerkultur betreiben und darin Lernmöglichkeiten sehen. Namhafte Unternehmen (z. B. dm) sehen in ethischem Handeln keine Beschränkung dahingehend, dass der wirtschaftliche Erfolg behindert würde.

III. Bedenken gegen ethisches Handeln im Hinblick auf wirtschaftlichen Erfolg

Den Firmen, die sich vehement für ethisches Handeln in ihren Unternehmen einsetzen, stehen diejenigen gegenüber, die zwar eine soziale Verantwortung erkennen, die sie aber nicht in gleichem Maße für realisierbar halten. Dort heißt es, eine laboristische Ökonomie funktioniere nicht, da der Kunde und nicht der Mitarbeiter für den Erfolg des Unternehmens ausschlaggebend sei. Ein genossenschaftliches Ideal überfordere die Realität. Ein Gesellschaftsvertrag der Ethiker sei nicht organisierbar. Eine Suffizienzwirtschaft sei nicht erstrebenswert; die durch die soziale Marktwirtschaft den Unternehmen gewährte Freiheit dürfe nicht einer Gemeinwohlökonomie geopfert werden. Ethisches Handeln und der daraus für die Wirtschaft gezogene Nutzen sei nicht in Zahlen messbar. Deshalb sei es in einer globalisierten Welt erste Aufgabe, dem Wettbewerb standzuhalten.


IV. Ethisches Handeln in der Wirtschaft kein Paradoxon, aber ein Dilemma?

Die vielen Beispiele aus der Realität zeigen, dass ethisches Handeln und wirtschaftlicher Erfolg keinen Widerspruch in sich, also kein Paradoxon, darstellen. Allerdings können ethisches und wirtschaftliches Handeln ein „Dilemma“ des Entscheidungsträgers verursachen. Ein Dilemma bezeichnet eine Situation, die zwei Möglichkeiten der Entscheidung bietet, die beide zu einem unerwünschten Resultat führen. Es ist der Fall denkbar, dass unternehmerisches Handeln nur bei gleichzeitiger Vernachlässigung ethischer Grundsätze wirtschaftlich ist oder dass ethisches Handeln eine Entscheidung verlangt, die wirtschaftlichen Interessen widerspricht. Wenn also wirtschaftliches und ethisches Handeln miteinander konkurrieren, welchem Handeln ist der Vorzug zu geben?

Darf die Wirtschaft in keinem Fall durch ethische Vorgaben beschränkt werden; kommt es allein auf die Gesetzlichkeiten von Markt und Wettbewerb an? Oder besteht sogar eine gesellschaftliche Verantwortung dahingehend, auch im wirtschaftlichen Bereich ausnahmslos ethische Anforderungen zu erfüllen, so dass die Wirtschaft zum Wohle aller auf einer ethischen Grundlage basieren muss, selbst wenn finanzielle Einbußen entstehen?


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V. Der Ausweg im Fall eines Dilemmas zwischen Wirtschaftlichkeit und ethischen Grundsätzen

Wenn es in Unternehmen keine ethischen Fragestellungen gibt, die nicht zugleich auch gegenwärtige oder zukünftige wirtschaftliche Handlungsbeschränkungen implizieren8, stellt sich die Frage, wie das Unternehmen mit dem Dilemma umgehen soll. Darf die Forderung nach ethischem Handeln in den Hintergrund rücken, wenn es beispielsweise um den Erhalt/den Bestand eines Unternehmens geht? Die Folgen für ein Unternehmen aus dem Umgang mit einem Dilemma können weitreichend sein.

1. Aushalten des Dilemmas

Ein Aushalten der schwierigen Lage kann nicht der Ausweg aus dem Dilemma sein. Auf Dauer kann durch ein Ausharren nur Stillstand erzeugt werden. Deshalb muss eine Veränderung der Lage erfolgen. Entscheidungen müssen herbeigeführt werden, damit das Dilemma aufgelöst wird und es nicht zu einer Beschädigung des Unternehmens führt. Allerdings ist ein vorübergehendes Aushalten Voraussetzung dafür, dass keine voreiligen, nicht genügend reflektierten Entscheidungen getroffen werden.

2. Überwindung des Dilemmas durch „weiteres“ „anderes“ Denken

Der unlösbare Charakter des Denkens über eine Frage kann nur dadurch überwunden werden, dass über die Unlösbarkeit nachgedacht und diese durch weiteres anderes Denken überwunden wird9. Alt hergebrachte Logiken müssen überdacht und möglicherweise über Bord geworfen werden, um den Weg frei zu machen für Neues. Hierzu bedarf es eines mehrdimensionalen Denkens.

Der Künstler Friedensreich Hundertwasser hat mit seinen Werken deutlich machen wollen, dass „die gerade Linie gottlos und unschöpferisch“ ist. Die Reduzierung der Wirklichkeit auf die gerade Linie blockiert das Neue und kappt das Schöpferische10. Wenn man diese Metapher auf das unternehmerische Handeln überträgt, bedeutet dies, offen sein zu müssen für neue Denkmuster. Von der vermeintlichen Logik einer geraden Linie ist insbesondere dann abzuweichen, wenn Fragestellungen unlösbar erscheinen.

Ein weiteres anderes Denken sucht die Lösung zwischen den Gegensätzen auf einer anderen, höheren Ebene. Dieses Denken geht davon aus, dass gegensätzliche Positionen in Einklang gebracht werden müssen, um einer Entfremdung entgegenzuwirken11. Die Gegensätze müssen erneut in Beziehung gebracht werden. Wenn in bestimmten Situationen wirtschaftliches Handeln und ethisches Handeln unvereinbar erscheinen und wenn die Gefahr besteht, dass nur einem Anspruch an das Handeln Genüge getan wird, dass also entweder das Wirtschaftswachstum oder der ethische Anspruch eines Unternehmens beeinträchtigt werden, dann muss versucht werden, die Einheit der Gegensätze herzustellen. Wenn dies nicht gelingt, dann wird eine der beiden sich gegenüberstehenden Positionen Schaden erleiden. Um Destruktion zu vermeiden, muss Konstruktion auf einer anderen Ebene angestrebt werden.


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Der Neurobiologe Gerald Hüther12 ist der Auffassung, dass „alles, was um uns lebendig ist und in seiner Harmonie gestört wird, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, die verlorengegangene Harmonie wiederzufinden, zunächst die alte, und wenn das nicht geht, eben eine neue.“ Das bedeutet, dass es der Natur des Menschen entspricht, Gegensätze miteinander in Einklang zu bringen.

Die gegensätzlichen Positionen müssen auf ihre Begründung und Sinnhaftigkeit überprüft werden. Hierzu bedarf es des Mutes, sich mit dem anderen Denken auseinanderzusetzen. Damit ein solcher Denkprozess gelingt, können z.B. gedankliche Anleihen beim Mediationsverfahren genommen werden, dessen Anwendung eine weit zurückliegende Tradition hat, das aber in Deutschland erst kürzlich -im Jahre 2012- mit einer Konkretisierung im Mediationsgesetz eine Aufwertung erhalten hat. Die eigenverantwortliche Beilegung eines Konfliktes im Wege der Mediation basiert darauf, dass die Parteien, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, sich ihre Interessen erläutern, ihre Beweggründe offenlegen und dadurch gegenseitiges Verstehen ermöglichen, das Basis für eine gemeinsame „andere“ Lösung sein kann. Auf diese Art und Weise durchlaufen die Interessen beider Konfliktparteien eine Überprüfung von Sinnhaftigkeit, und zwar unter Einbeziehung der Interessen des anderen. Durch eine ehrliche und offene Reflexion kann die Lösung des Konflikts auf einer höheren gemeinsamen Ebene gefunden werden.

Um sich auf die Gegenseite einlassen zu können, müssen Ängste überwunden werden. Es muss eine Entscheidung der Demut getroffen werden, sich selbst zu relativieren, um sich mit der gegensätzlichen Position verbinden zu können. Gelingen kann das andere Denken letztlich nur, wenn es die gegensätzlichen Positionen an einem gemeinsamen höheren Ziel ausrichtet.


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3. Auflösung des Dilemmas durch eine werteorientierte „Geisteshaltung“

Erich Harsch, der Vorsitzende der Geschäftsführung von dm, sagt gemeinsam mit Götz Werner, dem Gründer von dm, „auf die Haltung kommt es an. Entscheidungen im Unternehmen müssen individuell, situativ und angemessen getroffen werden“13. Das bedeutet, dass im Falle eines Dilemmas die Auflösung sich aus der Haltung des Unternehmers sowie seiner Führungskräfte ergeben muss. Schließlich bildet die Haltung die Grundlage für das weitere Vorgehen. Sie gibt Orientierung für jegliche Entscheidungen im Unternehmen.

Allerdings kann ihr nur dann eine Bedeutung zukommen, wenn sie nicht nur in Leitsätzen von Unternehmen Niederschlag findet, sondern wenn sich ein der Haltung entsprechendes konsequentes Handeln der Personen im Unternehmen anschließt, wenn die gefundene Haltung als Fundament aller zu treffenden Entscheidungen tatsächlich berücksichtigt wird. Wenn unternehmerische Entscheidungen sich an der einmal definierten Haltung ausrichten, bleiben sie nicht dem Zufall oder dem Gefühl überlassen. Die Haltung eines Unternehmens weist den Einzelentscheidungen im Unternehmen die Richtung. Daher ist es also wichtig, eine Grundsatzentscheidung über die im Unternehmen gewünschte Haltung zu treffen.


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4. Erlangung einer unternehmerischen werteorientierten „Geisteshaltung“ aufgrund von (normierten) ethischen Vorgaben?

Die Richter im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess v. 1.10.194614 haben daran erinnert, dass es elementare Wahrheiten des gemeinsamen Menschseins gibt. Ein solcher Grundbestand an Menschlichkeit kommt z.B. in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte oder im Dekalog zum Ausdruck.
Wenn in diesen normierten Vorgaben eine gemeinsame Grundvorstellung über ethisches Verhalten enthalten ist, „so möchten wir dennoch die Idee des Guten nicht vom Staat aufgedrängt bekommen. Die Wahrheit über das Gute erscheint nicht gemeinschaftlich erkennbar. Sie ist strittig“15. Unserem Individualrecht auf Freiheit entsprechend möchten wir ethische Vorgaben nicht in erster Linie vom Staat verordnet bekommen, es sei denn, es handelt sich dabei um den nichtrelativistischen Kern der Demokratie, um unverzichtbare Werte, wie sie z.B. in den Menschenrechten zum Ausdruck kommen.

Ein „humanitärer Imperativ“, wie er heute z.B. im Rahmen der Flüchtlingskrise verstanden wird16, birgt dämonische Elemente des Humanitarismus, nämlich nationales Sendungsbewusstsein, hierarchisches Denken und transzendente Tiefenspur- die Weltgeschichte als Weltgericht17. Der humanitäre Imperativ ist kein naturrechtlich fundierter Appell an das Gewissen und kein Auftrag an sich selbst, sondern eine politische Handlungsanweisung18 aus dem Geist des Internationalismus. Seine Wirksamkeit ist ebenso in Frage zu stellen, wie die Wirksamkeit von normierten Vorgaben ethischen Verhaltens, wenn bei den Adressaten der Vorgaben nicht eine Motivation des Einzelnen aus sich selbst heraus hinzutritt.

Da Wertevorgaben in einem Unternehmen zur Bildung einer Unternehmenskultur notwendig sind, müssen diese in einem Compliance System ihren Niederschlag finden, das nicht lediglich juristisch ausgerichtet ist, sondern das eine integritätsfördernde Unternehmenskultur entstehen lässt19. Ein bloßes Compliance Management ohne Wirtschaftsethik und Integrität geht an der Tatsache vorbei, dass Menschen sich sowohl an Normen als auch an Wertvorstellungen orientieren. Der Wettbewerb und die marktwirtschaftlichen Prozesse werden hiervon stärker beeinflusst, als bisher angenommen worden ist20. Daher müssen gesetzliche Regelungen und Verordnungen durch moralische Regelungen ergänzt werden21. Für Unternehmen muss dies bedeuten, darauf hinzuarbeiten, ethisches Verhalten für sich als Unternehmensziel zu reklamieren und im Rahmen des Compliance Managements zu fördern (s.u. auch VI.).


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Das Organisationsdefizit der Globalisierung erschwert den gemeinsamen Nenner hinsichtlich einer Unternehmensethik und der sich daraus ergebenden Werte. Für diese besteht kein einheitlicher Rahmen, der den in der globalisierten Welt tätigen Unternehmen Leitlinie sein könnte. Die kulturellen Unterschiede weichen stark voneinander ab. Dem ethischen Handeln wird nicht überall dasselbe Gewicht verliehen. Deshalb kommt der ethischen Qualität unternehmerischen Handelns in Ermangelung einer alle umfassenden Unternehmensethik besondere Bedeutung zu, und zwar auf der institutionellen Ebene der einzelnen Unternehmen wie auch auf der persönlichen Ebene der Manager.

Zur individual- und tugendethischen Fundierung von Managementprinzipien hat die Stiftung Weltethos unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Küng ein Manifest „Globales Wirtschaftsethos - Konsequenzen für globales Wirtschaften“ verfasst, um den UN Global compact mit weltweit über 13.000 Unternehmen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft in 170 Ländern dabei zu unterstützen, ethische Werte und Standards in Unternehmen zu implementieren. Dieses Manifest wurde am 6.10.2009 im UN-Hauptquartier in New York der Öffentlichkeit als Appell zu ethischem Verhalten vorgestellt. Die Verfasser sind der Auffassung, dass ein System, das so gewaltig und dynamisch ist wie das globale Marktsystem, die Grenzen der Menschlichkeit nicht überschreiten darf22.

Deshalb muss sich ein Unternehmen als moralisches Subjekt – und dieser Verantwortung können ebenfalls Banken und Konzerne nachkommen - auch von moralischen Selbstverpflichtungen zu ethischen Vorgaben leiten lassen, die in einem moralischen Führungsverhalten, moralischer Ausbildung und ethisch gesteuerten Leistungskriterien und Anreizsystemen zum Ausdruck kommen23. Die Selbstverpflichtungserklärungen sind dann effektiv, wenn sie zur Schaffung von Rahmenbedingungen dienen, die wiederum ein ethisches Verhalten im Unternehmen fördern (s.u.VI.).


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5. Erlangung einer werteorientierten Haltung durch Reflexion

Welche konkrete Haltung ein Unternehmen einnimmt, welche Werte und Ziele es verfolgt, kann nicht von außen herangetragen werden. Die Haltung kann nur durch einen inneren Vorgang erworben werden. „Die deutsche Wirtschaft ist im internationalen Vergleich sehr gut durch die Schuldenkrise gekommen, weil...verantwortungsvolle Unternehmer täglich den Schwankungen und Hysterien der Weltmärkte trotzen. ...Im German Mittelstand werden noch Werte gelebt“24. Hier gibt es die Unternehmer, die ihr Handeln auf Werteorientierung hinterfragen und durch Reflexion zu ethischen Entscheidungen finden.25

Ethik kann nicht durch Ethikvorlesungen vermittelt werden. Ethisches Handeln basiert auf einer Geisteshaltung, die durch Erfahrung internalisiert worden ist. Es bedarf dazu einer intrinsischen Motivation. Monetäre Anreize stehen dazu in Widerspruch. Der Weg, auf dem Unternehmer und Führungskräfte eine intrinsische Motivation erlangen, ist derjenige, ihr Handeln auf Werteorientierung hin zu reflektieren und ihre Vorbildfunktion26 wahrzunehmen, von denen andere lernen können.

a) Reflexion zur Erlangung einer inneren Haltung

Um eine bestimmte Geisteshaltung zu erlangen, ist der Weg der Reflexion zu gehen. In der Selbstreflexion kann der Mensch zu sich selbst in Beziehung treten, sich selbst zum Gegenstand seines Denkens machen. Er vergrößert dadurch sein Wissen um sich selbst und erweitert damit gleichzeitig seinen eigenen Verhaltensspielraum27. Auf dem Weg der Auseinandersetzung mit sich selbst entwickelt er sich selbst und ist dadurch in der Lage, sich neu zu orientieren28.
Durch eine Reflexion wird Distanz zu dem Bisherigen hergestellt. Das Bisherige wird auf seine Tauglichkeit hin untersucht und eine Auseinandersetzung mit anderen Denksystemen wird möglich. Die Reflexion stellt einen Musterbruch, eine Unterbrechung dar und eröffnet so den Weg zu Neuem.

b) Reflexion auf Unternehmensebene

Der Antwort auf die Frage, welche Haltung ein Unternehmen für sich einnehmen will, geht ein Erkenntnisprozess/eine Reflexionsleistung im Unternehmen voraus. Da ein Unternehmen ein Organisationsgebilde ist, das aus vielen Mitgliedern besteht, müssen an der gemeinsamen Reflexion diese Mitglieder, d.h. der Unternehmer, seine Führungskräfte und seine gesamte Mitarbeiterschaft beteiligt sein. Zusammen müssen sie ein inneres verbindendes Bild, d.h. eine Leitidee, entwickeln, die Voraussetzung für eine zielgerichtete und koordinierte Aktion nach außen ist29. Insbesondere der Unternehmer und die Führungskräfte müssen das gemeinsame Ziel, ihre Vision oder Leitidee in einem Prozess der gegenseitigen Abstimmung erarbeiten; denn darin soll ihre übereinstimmende geistige Haltung zum Ausdruck kommen, die die gewünschte Unternehmenskultur entstehen lässt. Dabei ist es notwendig, dass jeder Beteiligte sich verantwortungsvoll prüft, welches Ziel er in dem Unternehmen verwirklichen will, und dass er dabei gleichzeitig die Interessen der anderen berücksichtigt, um den Unternehmenserfolg nicht zu schwächen30.


Auf Unternehmensebene reicht es jedoch nicht aus, darüber zu reflektieren, welche Unternehmensphilosophie verfolgt werden soll. Es müssen darüber hinaus zukünftige Entwicklungen vorausgedacht und die Offenheit für neue Entwicklungen in der Unternehmensphilosophie berücksichtigt werden. Deshalb ist gleichzeitig zu reflektieren, wie zukünftig mit Veränderungen umgegangen werden soll, wie eine Denkweise unterstützt und verstärkt werden kann, die ihrerseits Lernprozesse auslöst und intensivieren kann, um Denk-, Kommunikations- und Verhaltensmuster zu überprüfen31. Das bedeutet, dass Instrumente, die der Weiterentwicklung einer geistigen Haltung dienen wie z.B. das Coaching, die Mediation, Mitarbeitergespräche und Seminare zur Führungskräfteentwicklung, im Unternehmen institutionalisiert werden müssen, wenn eine werteorientierte Haltung gewährleistet werden soll.

c) Reflexion auf Führungskräfteebene

Ein Handeln im Sinne der jeweiligen Unternehmensphilosophie wird sichergestellt, wenn Führungskräfte vom Unternehmen zur Verfügung gestellte Instrumente wie das Coaching und –in Konfliktfällen- die Mediation in Anspruch nehmen. Beides setzt einen inneren Prozess in Gang. Während einer Einzelreflexion wird von der spezifischen Situation der Führungskraft im Unternehmen ausgegangen. Gleichzeitig wird dabei die ganze Persönlichkeit der Führungskraft in den Blick genommen. Das bedeutet, dass sowohl das Handeln im Unternehmen, die zu treffenden Entscheidungen wie auch die persönlichen Werteorientierungen beleuchtet und reflektiert werden. Auf diese Art und Weise überprüft der Einzelne immer wieder sein Handeln und seine Entscheidungen dahingehend, dass die Unternehmensphilosophie gewahrt bleibt.

Mithilfe von Weiterentwicklungsmaßnahmen für Führungskräfte (Coaching/Seminare etc.), die nicht an Fähigkeiten arbeiten sondern an Glaubenssätzen, Überzeugungen und Haltungen und die der Führungskraft damit ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten32, kann eine werteorientierte unternehmerische Haltung erworben werden.


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6. Welche Haltung führt zu einer humaneren Wirtschaft und trägt zur Lösung eines Dilemmas zwischen ethischem Handeln aufgrund sozialer Verantwortung und wirtschaftlichem Handeln bei?

Aber welche Haltung muss ein Unternehmen als Organisationsgebilde mit darin handelnden Menschen ganz konkret einnehmen, um soziale Verantwortung zu leben, die auch im Fall eines Dilemmas trägt? Eine Antwort hierauf kann jedes Unternehmen nur für sich selbst finden. Es gibt keine Musterantwort, sozusagen ein Patentrezept, das nur angewandt zu werden braucht.

Aufschluss über die Haltung eines Unternehmers und seiner Führungskräfte gibt die Antwort auf die Frage, welches Menschenbild das Unternehmen prägen soll. Was ist der Einzelne (a)) und was ist der Andere (b)) für ihn? Das im Unternehmen herrschende Menschenbild bestimmt das unternehmerische wie auch das ethische Handeln im Unternehmen. Darüber hinaus bestimmt das vom Unternehmen verfolgte Unternehmensziel (c)) die Haltung des Unternehmens und gibt ihr einen konkreten Rahmen.

a) Was ist der Mensch?

Wenn Unternehmen also dazu aufgefordert sind, sich mit dem Menschenbild zu befassen, muss auf verschiedenste Fragestellungen Antwort gegeben werden. Die Fülle der folgenden Beispielsfragen zeigt, wie vielfach die Weichenstellung für ein Unternehmensziel ist:
Steht der Mensch im Mittelpunkt des Unternehmens, so dass menschengerechte Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen? Oder ist der Mensch nur Mittel zum Zweck oder Ziel des Unternehmens? Soll der Mensch nur Nutzen bringen oder soll er selber auch Nutzen durch seine Arbeit haben, die ihn menschlich wachsen lässt?33

Welche Fehlerkultur, welche Kultur des Scheiterns wird im Unternehmen gelebt? Ist der Mensch Teil der Schöpfung oder steht die Schöpfung ihm untergeordnet zur Verfügung34? Hat der Mensch die personale Aufgabe zur Weiter- und Höherentwicklung, zur Fortsetzung der Evolution bis zu ihrer Vollendung35?

Bezieht sich die Idee des Fortschritts lediglich auf grenzenloses materielles Wachstum ohne Rücksicht auf humanitäre und ethische Grenzen? Wozu geht der Mensch durch diese Welt? Welches ist der Zweck menschlichen Handelns? Braucht er sich nur mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen (Existentialismus)?
Ist er eine sinnlose Existenz, deren einzige erstrebenswerte Haltung es ist, den Mut zum Ertragen von Lebens- und Todesangst zur Tugend zu erheben36?

Reicht es aus, vernünftige Entscheidungen zu treffen (Rationalismus)? Oder sind darüber hinaus bei Entscheidungsfindungen weitergehende Dimensionen zu berücksichtigen, wie es anhand der Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs gelungen ist, der die unabdingbaren Werte wiederspiegelt wie Transparenz, Kooperation, Respekt vor den unterschiedlichen Kulturen und vor dem jeweiligen Geschlecht, Einsatz für ein ökologisches Gesamtklima und ein soziales Klima und ein Minimum an Gerechtigkeit? Darf der Mensch ihm alle zur Verfügung stehende Macht ausüben oder muss er sich selbst begrenzen?

„Was also ist der Mensch?“ fragt Viktor Frankl. „Er ist das Wesen, das immer entscheidet, was es ist“37. Die Antwort auf das Menschenbild fällt somit in den Entscheidungs- und den Verantwortungsbereich jedes Einzelnen, der bestimmt, ob ethisches Handeln im Unternehmen zur Realität wird. Ein Unternehmen als Organisationsform von Individuen muss sich dazu positionieren, welches Menschenbild in seinem Wirkungsbereich zum Ausdruck kommen soll, um seiner Verantwortung nachzukommen, auf die Entwicklung des Ganzen Einfluss zu nehmen.


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b) Was ist der „Andere“?

    1) Bedeutung des „Anderen“ für die Entwicklung der Wirtschaft

    Die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass eine Höherentwicklung des ethischen Denkens zu verzeichnen ist, wenn die Verantwortlichkeit des Menschen für den Anderen in den Entscheidungsprozess menschlichen Handelns mit einbezogen wird38. Die Menschenliebe und das Wohlwollen gegenüber den anderen wie auch das Mitempfinden und das ihm entsprechende helfende Handeln sind der Motor für die Höherentwicklung der Ethik39. Nach Albert Schweitzer entspricht es der Natur des Menschen, den Wunsch nach eigenem Leben zu verfolgen und sich gleichzeitig- korrigiert durch sein Gewissen- bei der Verwirklichung seines Wunsches zum Leben genötigt zu fühlen, sich gegenüber anderem Leben teilnahmsvoll zu verhalten40.

    Übertragen auf den Alltag im Unternehmen bedeutet dies, dass ethisches Handeln immer einen teilnahmsvollen Blick auf den Anderen voraussetzt, wenn wir uns nicht zurückentwickeln und nicht in eine Regression geraten wollen. Dieser einmal bewusst gewordene Gedanke muss bei allem unternehmerischen Handeln berücksichtigt werden, wenn es ethischen Grundsätzen genügen will. Und als „wen“ kann ich den Anderen definieren?

    2) Definition des „Anderen“

    In der „Josefs-Geschichte“ der jüdischen Bibel ist der Andere der Bruder. Josef trägt seinen Brüdern, die in ihrer Hungersnot nach Ägypten gezogen waren, auf, ihren Vater nachzuholen. Sie sollten alle als Großfamilie in Ägypten in Frieden und ohne Hunger leben können. Auf dem Weg zum Vater sollen die Brüder nicht streiten (Gen. 45, 24). Nur indem sie „Hüter ihres Bruders“ sind, d.h. ohne zu streiten auf den Anderen blicken und ihn achten, werden sie schließlich fähig, eine Gemeinschaft aufzubauen41. Sie wurden zu den Söhnen Israels und nicht – wie Kain – ins Exil verdammt. Nach christlichem Verständnis ist der Andere derjenige, den ich lieben soll wie mich selbst (Mt 22, 37-39). Beispielhaft für eine Lebensweise der Nächstenliebe ist der algerische Christ Pierre Claverie, Bischof von Oran. Er wurde 1996 ermordet. Seine Vorfahren lebten seit Generationen in Algerien. Er war sich seiner Situation inmitten von Andersgläubigen –Muslimen- bewusst. Er war der Ansicht, dass es nicht ausreiche, dem Anderen lediglich zuzugestehen, dass er ein Subjekt in seiner Verschiedenheit, frei in seinem Bewusstsein ist. Sondern man müsse akzeptieren, dass der Andere für sich einen Teil der Wahrheit innehat, ohne den die Suche nach der eigenen Wahrheit nicht erfolgreich sein kann42. Für den Dalai Lama, den die Tibeter als ihren religiösen buddhistischen Führer ansehen, ist der Andere notwendig für menschliche Entwicklung, da diese nur durch Kooperation möglich wird und nicht durch Wettbewerb43. Die einzige Methode – auch – wirtschaftliche Konflikte zu lösen, sei der Dialog44; altruistisches Verhalten lohne sich für alle45. Ethik habe mit unserem Geisteszustand zu tun, und wir müssen unsere Selbstbeschränkung überwinden und den Standpunkt des Anderen verstehen46.

    Wer die Verantwortung für den Anderen nicht aus dem Glauben ableiten will, kann Philosophen, Psychologen und auch Neurobiologen befragen, die sich mit demselben Gedanken beschäftigt haben. Der Philosoph Levinas47 findet im Antlitz des Anderen „die Spur des Unendlichen“. Erst durch den Anruf des Anderen werden wir selbst zum menschlichen Ich. Das Ich wiederum erlange erst dadurch seine menschliche Würde, wenn es aufgefordert durch den Anblick des Anderen Verantwortung übernehme. Diese Kritik an der liberalen Ego-Gesellschaft beeindruckt umso mehr angesichts der Tatsache, dass Levinas‘ jüdische Eltern und mehrere Familienangehörige von den Nationalsozialisten ermordet worden sind. Nach dem Religionsphilosophen Martin Buber ist alles wirkliche Leben „Beziehung“48; der Mensch wird am Du zum Ich. Also kann der Mensch sein Wesen nur gemeinsam mit dem Anderen entwickeln.

    Aus der Erfahrung während seiner Internierung im Konzentrationslager geht der Psychologe Viktor Frankl49 soweit zu sagen, dass die Hingabe an das Bild eines geliebten Menschen, an ein Du, selbst in ausweglosen Situationen dem Individuum Sinn und dem Leben Erfüllung verleihen kann. Auch in der Neurobiologie finden sich Stimmen, dass der Blick auf den Anderen Leben verleiht. „Ohne Konkurrenz, so glauben wir, gäbe es keinen Anreiz, sich anzustrengen und sich weiterzuentwickeln. Wir halten den Wettbewerb für ein Naturgesetz“50. Gerald Hüther ist der Auffassung, dass wir den Konkurrenzgedanken hintanstellen müssen, da er alte Muster beibehält und das Entstehen von wirklich Neuem verhindert51. Wir müssen den existentiellen Wettbewerbsdruck lockern, damit Kreativität freigesetzt werden kann52, um innovative Weiterentwicklung zu ermöglichen. Den Anderen beim eigenen Handeln im Blick zu haben, bedeutet danach, der Stagnation zu entgehen und Kreativität infolge von Gemeinsamkeit entstehen zu lassen.

    Die vorgenannten Denkansätze treffen beispielhaft Aussagen über den „Anderen“. Der Andere ist Voraussetzung für die Entwicklung des menschlichen Ich, er ist beziehungs- und sinnstiftend, er dient als Motor, ermöglicht breite Kreativität. An dieser Funktion des Anderen wird deutlich, dass der Andere auch bei jedem unternehmerischen Denken und Handeln mit einbezogen werden muss, wenn Wert- und Moralvorstellungen nicht ihre absolute Geltung verlieren sollen. Um Wertungswidersprüche und Wertepluralismus zu vermeiden, müssen alle Lebensbereiche einer einheitlichen Wertvorstellung unterworfen werden. Der Andere, wie er sich für ein Unternehmen als Mitarbeiter, Kunde oder Konkurrenzunternehmen darstellt, muss in den Entscheidungen eines Unternehmens berücksichtigt werden, wenn ein Unternehmen nachhaltig agieren will.

    3) Die Bedeutung des „Anderen“ bei der Hinwendung der Wirtschaft zum Stake-holder-Prinzip

    Die Erkenntnis, dass der Andere in Entscheidungssituationen im Unternehmen nicht ausgeklammert werden darf, spiegelt sich auch im Abschied der Wirtschaft vom reinen Shareholder-Prinzip wider. Während dieses nach Alfred Rappaport der kurzfristigen Gewinnmaximierung im Dienst des shareholder values diente, besagt die Hinwendung zum Stakeholder-Prinzip, dass unternehmerisches Handeln nur dann nachhaltig sein kann, wenn alle mit dem Unternehmen in Beziehung stehenden Interessen, also die Interessen der Anderen, berücksichtigt werden. Nur so kann die shareholder-Steuerung von Unternehmen, die nach Malik ein Paradebeispiel von systematischer Fehlprogrammierung der wichtigsten (Unternehmens-) Navigationssysteme darstellt, überwunden werden53. Die Interessen des Anderen müssen in eine langfristige Unternehmensführung mit einbezogen werden. Systemdenken und ganzheitliches Denken, das den Anderen als Teil der Wirklichkeit erkennt, versprechen den Erfolg eines Unternehmens54.


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c) Gibt es ein „höheres“ über den Einzelnen hinausgehendes Ziel im Unternehmen?

Das Leben gelingt nach Viktor Frankl dann, wenn es auf ein Ziel in der Zukunft hin ausgerichtet ist, wenn es Sinn erfährt55. Dasselbe drückt Nietzsche mit den Worten aus: „Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“56 Er ist der Ansicht, dass ein Werteverfall dann zunimmt, wenn das Ziel des Handelns fehlt57. C.G. Jung hält es für eine entscheidende Frage des Lebens, ob er auf Unendliches bezogen ist58. Wenn man verstehe und fühle, dass man schon in diesem Leben an das Grenzenlose angeschlossen ist, änderten sich die Wünsche und Einstellungen. Nach Ignatius von Loyola (1495*) sind wir auf ein Ziel hin, nämlich auf Gott hin, geschaffen. In seinem Prinzip und Fundament der Geistlichen Übungen bringt er in der Sprache des 16. Jahrhunderts zum Ausdruck, dass der Mensch das beschriebene Ziel verfolgend seine Selle retten kann59. Alle diese Aussagen haben gemeinsam, dass die Ausrichtung auf etwas Höheres hin existentiellen Erfolg verspricht.

Entsprechendes gilt für Unternehmen. Sie müssen einer Vision folgen, um erfolgreich sein zu können. Die Vision eines Unternehmens bündelt sich in einer Idee, die über alle Individuen und über Eigeninteresse60 im Unternehmen hinausgeht, und die die Energie für jegliches Tätigwerden erzeugt. Sie ist der Fluchtpunkt, der sich aus wirtschaftlichem und ethischem Handeln ergibt und der gleichzeitig geeignet ist, ein Dilemma aufzulösen. Das bedeutet zuerst einmal, dass unternehmerische Strategien und Wachstum bei einer Entscheidungsfindung im Unternehmen nicht allein betrachtet werden dürfen. Darüber hinaus muss die Unternehmensethik als Unternehmensziel in jegliche unternehmerischen Entscheidungen mit einbezogen werden. Es gilt, alle diese Ziele in einem Fluchtpunkt zu vereinen.

Wie aber kann ein solcher Fluchtpunkt von unternehmerischem Handeln und Unternehmensethik gedacht werden? Wenn man auf das Bild aus der Perspektivenlehre zurückgreift, so hängt der Fluchtpunkt von der jeweiligen Position des Betrachters ab. Wenn er seine Position verändert, ergibt sich daraus ein Fluchtpunkt an anderer Stelle. Das bedeutet, dass nur durch mehrdimensionales Denken der ideale Fluchtpunkt ermittelt werden kann. Damit das Handeln im Unternehmen nicht beliebig ist, ist der Fluchtpunkt von wirtschaftlichen Zielen und Ethik, der die Vision des Unternehmens darstellt, zu bestimmen und bei Entscheidungsfindungen zu beachten.


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VI. Verantwortung der Unternehmen zur Schaffung von Rahmenbedingungen zur Förderung von werteorientiertem Handeln

„Wer eine humanere Wirtschaft schaffen will, sollte an den Business Schools beginnen“65. Deshalb muss auch die Ausbildung der späteren Führungskräfte in den Blick genommen werden. Das bedeutet, dass bereits angehende Führungskräfte mit der Wirkung von Reflexion vertraut gemacht werden müssen, um nicht nur ökonomisch sinnvolle, sondern gleichzeitig ethische Entscheidungen treffen zu können. Reflexion muss erfahren werden. Das bloße Kennenlernen ethischer Theorien reicht - so spannend Vorlesungen über philosophische Schulen auch sein mögen - nicht aus, um ethische Dilemmata zu beantworten. Es ist wichtig, Denkhorizonte durch philosophische Erkenntnisse zu erweitern. Unerlässlich aber ist eine anschließende geistige Auseinandersetzung i.S. einer Reflexion, die die unternehmerische Praxis zu einer ethischen Gesinnung in Bezug setzt. Grenzsituationen können gemeinsam in Fallstudien reflektiert werden66. Darüber hinaus ist es wertvoll, dass Studierende schon frühzeitig eine Anleitung zur Einzelreflexion erhalten. Die Hochschulen müssen den Zusammenhang zwischen verantwortungsvollen unternehmerischen Entscheidungen und den Wertprämissen der zukünftigen Verantwortungsträger spürbar machen, indem sie ein Angebot zum Erlernen von Reflexion unterbreiten, das der Ethik und einem werteorientierten Handeln dient. Managerseminare, die die Geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola zur Grundlage haben und die eine große Akzeptanz in der Wirtschaft erfahren67, können als Vorlage dafür dienen, Studenten im Rahmen einer Schlüsselqualifikation mit diesem Denken vertraut zu machen. Die Methodik der Geistlichen Übungen überzeugt durch ihre bereits fast 500-jährige Tradition. Ihr Thema, Situationen zu verändern und hierfür Entscheidungen zu treffen, die sich am Sinn orientieren, kann religionsübergreifend behandelt werden. Wenn Wirtschaft nicht nur zur Verbesserung der materiellen, sondern auch der geistigen Bedingungen für das Dasein der Menschen beitragen will, dann müssen Bildungsprozesse geschaffen werden, um Erfahrungen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zu ermöglichen68. Diejenigen, die als Unternehmer oder Führungskräfte die Wirtschaft bestimmen wollen, müssen sich frühzeitig mit Ethik befassen. Ethik lehnt sich gegen ein Weltgeschehen auf, in dem die Regungen des Willens zum Leben gegeneinanderstehen und eine Existenz sich durch die Bekämpfung und Vernichtung des anderen erhält. Ethik ist die Regung des Geistes, der anders sein will als der, der sich der Welt kundtut69. Diese zu fördern, fällt in den Verantwortungsbereich der Hochschulen, die Manager ausbilden.


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VII. Verantwortung der Hochschulen zur Förderung von Ethik im Rahmen der Managementausbildung

„Wer eine humanere Wirtschaft schaffen will, sollte an den Business Schools beginnen“65. Deshalb muss auch die Ausbildung der späteren Führungskräfte in den Blick genommen werden. Das bedeutet, dass bereits angehende Führungskräfte mit der Wirkung von Reflexion vertraut gemacht werden müssen, um nicht nur ökonomisch sinnvolle, sondern gleichzeitig ethische Entscheidungen treffen zu können. Reflexion muss erfahren werden. Das bloße Kennenlernen ethischer Theorien reicht - so spannend Vorlesungen über philosophische Schulen auch sein mögen - nicht aus, um ethische Dilemmata zu beantworten. Es ist wichtig, Denkhorizonte durch philosophische Erkenntnisse zu erweitern. Unerlässlich aber ist eine anschließende geistige Auseinandersetzung i.S. einer Reflexion, die die unternehmerische Praxis zu einer ethischen Gesinnung in Bezug setzt. Grenzsituationen können gemeinsam in Fallstudien reflektiert werden66. Darüber hinaus ist es wertvoll, dass Studierende schon frühzeitig eine Anleitung zur Einzelreflexion erhalten. Die Hochschulen müssen den Zusammenhang zwischen verantwortungsvollen unternehmerischen Entscheidungen und den Wertprämissen der zukünftigen Verantwortungsträger spürbar machen, indem sie ein Angebot zum Erlernen von Reflexion unterbreiten, das der Ethik und einem werteorientierten Handeln dient. Managerseminare, die die Geistlichen Übungen des Ignatius von Loyola zur Grundlage haben und die eine große Akzeptanz in der Wirtschaft erfahren67, können als Vorlage dafür dienen, Studenten im Rahmen einer Schlüsselqualifikation mit diesem Denken vertraut zu machen. Die Methodik der Geistlichen Übungen überzeugt durch ihre bereits fast 500-jährige Tradition. Ihr Thema, Situationen zu verändern und hierfür Entscheidungen zu treffen, die sich am Sinn orientieren, kann religionsübergreifend behandelt werden. Wenn Wirtschaft nicht nur zur Verbesserung der materiellen, sondern auch der geistigen Bedingungen für das Dasein der Menschen beitragen will, dann müssen Bildungsprozesse geschaffen werden, um Erfahrungen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung zu ermöglichen68. Diejenigen, die als Unternehmer oder Führungskräfte die Wirtschaft bestimmen wollen, müssen sich frühzeitig mit Ethik befassen. Ethik lehnt sich gegen ein Weltgeschehen auf, in dem die Regungen des Willens zum Leben gegeneinanderstehen und eine Existenz sich durch die Bekämpfung und Vernichtung des anderen erhält. Ethik ist die Regung des Geistes, der anders sein will als der, der sich der Welt kundtut69. Diese zu fördern, fällt in den Verantwortungsbereich der Hochschulen, die Manager ausbilden.


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VIII. Ergebnis

Um eine Geisteshaltung einnehmen zu können, die ein Dilemma zwischen wirtschaftlichem und ethischem Handeln auflösen kann, muss das Unternehmen sich dazu positionieren, welches Menschenbild vom Einzelnen und vom Anderen es der Verwirklichung seines Zwecks zugrunde legen will und ob die Vision des Unternehmens über partikuläre Interessen hinaus geht und somit ein höheres Ziel darstellt. Damit eine Geisteshaltung entsteht, die im Unternehmen zur Realisierung seiner Vision dienen soll, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auf Managerebene Reflexion ermöglichen. Hierzu dienen das Coaching und Seminare, die sich z.B. mit Menschenbildern beschäftigen und entsprechend den „Geistlichen Übungen“ religionsübergreifend das ethische Handeln des Einzelnen in den Mittelpunkt stellen. Ebenfalls sind Studenten im Rahmen ihrer Managementausbildung dafür zu sensibilisieren, Ethik in ihr Handeln miteinzubeziehen. Sie müssen frühzeitig herangeführt werden, sich mit Reflexion zu beschäftigen, damit sie die notwendigen inneren Erfahrungen machen können und Werte auch im Rahmen ihres unternehmerischen Handelns intrinsisch motiviert leben können.


Bezugsquelle der vollständigen Ausgabe: www.thorbecke.de/oekonomie-und-ethik-p-2286.html


1 Andrea Clausen, Grundwissen Unternehmensethik, 2009, S. 80
 2 Milton Friedman, New York Times Magazine vom 13.9.1970
 3 https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/brundtland_report_1987_728.htm
4 John Elkington hat als Gründer der Unternehmensberatung SustainAbility die Debatte um die Nachhaltigkeit entscheidend geprägt, in: Andrea Clausen, Grundwissen Unternehmensethik, 2009.
5 Michael Assländer, Handbuch Wirtschaftsethik, 2011, S. 329
6https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/Dokumente/RefE_CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz.
7 Gesine Schwan, http://www.nachhaltigkeitsrat.de/aktuelles/aktuelle-meldungen/detailansicht/artikel/bundestag-diskutiert-verfassungsrang-fuer-nachhaltigkeit/
8 Klaus M. Leisinger, in: Küng, Leisinger, Wieland, Manifest Globales Wirtschaftsethos, Konsequenzen und Herausforderungen für die Weltwirtschaft, 2010, S. 61.
9 Paul Ricoeur -1913-2005- zum Nachdenken über das Böse, in: Christ in der Gegenwart, Nr.27 vom 5.7.2015, S.308
10 Nikolaus Schwerdtfeger, Die krumme Linie, in: Christ in der Gegenwart, Nr. 27 vom 5.7.2015, S. 289
11 Schleske Martin, Der Klang, 3.Aufl., 2014, S. 69
12 Gerald Hüther, Biologie der Angst, 2015, S. 11
13 Erich Harsch anlässlich des Summit der Initiative Corporate Governance der Immobilienwirtschaft am 26.6.2015; Götz Werner, Womit ich nie gerechnet habe, Die Autobiographie, 2015
14 Heiner Koch, Die Bedeutung der christlichen Werte für Staat und Gesellschaft, in: BKU Grüne Seiten Nr. 85, 2011, 1 ff
15 Ratzinger, Josef Werte in Zeiten des Umbruchs, 2005, S.50
16 Altmeier, Peter anläßlich des Berliner Nachhaltigkeitsdialogs am 29.10.2015
17 Kissler, Alexander, Unterwegs zu einer neuen Welt-Der „humanitäre Imperativ“ ist in aller Munde: Er hat eine hehre Geschichte und steckt voller Abgründe, in: Cicero 2016, S. 118-120
18 Kissler, ebd.
19 Grooterhorst, Ursula, Wertemanagement in Unternehmen- um welche Werte geht es? Normgebundene und normungebundene Werte, in: InitiativeCorporateGovernance Newsletter 01/2015, S. 4-7; Bussmann, Kai D., Integrität durch nachhaltiges Compliance Management über Risiken, Werte und Unternehmenskultur, in: CCZ 2/2016, S. 50-56
20 Bussmann, ebd, S. 53
21 Jens Münchrath/Torsten Ricke, Wie viel Moral braucht die Wirtschaft?, in: Handelsblatt Nr. 83, S. 59, 60
22 Jeffry Sachs, in: Küng, Leisinger, Wieland, Manifest Globales Wirtschaftsethos, Konsequenzen und Herausforderungen für die Weltwirtschaft, 2010, S. 20
23 Jeffry Sachs, ebd., S. 19
24 Benedikt Herles, Die kaputte Elite, 2015, S. 20
25 Bsp. Michael Baggeler, Spiritualität und Business – geht das zusammen?, http://www.innovativ-in.de/werte.html
26 Bussmann, Fn. 18, S. 55
27 Geiselhart Helmut, Wie Unternehmen sich selbst erneuern, 1998, S. 18
28 Geiselhart Helmut, ebd., S. 34
29 Geiselhart Helmut, ebd., S. 35, 37
30 Geiselhart Helmut, ebd., S. 38, 39
31 Geiselhart Helmut, ebd., S. 48
32 Knips/Walter, Erfolgsfaktoren nachhaltiger Unternehmensführung, in: Nachhaltige Unternehmensführung in der Immobilienwirtschaft, 2015, S. 66
33 Johannes Paul II, Laborem exercens II, 9, http://w2.vatican.va/content/john-paul-ii/de/encyclicals/documents/hf_jp-ii_enc_14091981_laborem-exercens.html
34 Papst Franziskus, Enzyklika Laudato Si- von der Sorge über das gemeinsame Haus, 2015, S. 86
35 Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos, 4. Auflage, 2010, S. 239, 251; Peter Gotthard Bieri, Teilhard de Chardin - Sinn und Ziel der Evolution, 2010, S. 135
36 Ruth Cohn, Gelebte Geschichte der Psychotherapie, 4. Auflage, 2008, S. 430
37 Viktor Frankl, Trotzdem Ja zum Leben sagen, 26. Aufl. 2006, S. 139
38 Albert Schweitzer, Das Problem der Ethik in der Höherentwicklung des menschlichen Denkens, in: Das Christentum und die Weltreligionen, 4. Auflage, 2002, S. 69
39 Albert Schweitzer, ebd., S. 81
40 Albert Schweitzer, ebd., S. 82
41 Hung Trung Pham, Bin ich der Hüter meines Bruders? in: Geist und Leben 2/2016, S. 137, 145
42 Christoph Benke, Aktives Geben von uns selbst, in: Geist und Leben 2/2016, S. 130, 132
43 Dalai Lama, Der Appell des Dalai Lama an die Welt – Ethik ist wichtiger als Religion, 10. Auflage, 2015, S. 10, 38
44 Dalai Lama, ebd., S. 13, 20
45 Dalai Lama, ebd., S. 23
46 Dalai Lama, ebd., S. 25
47 Mathias Schreiber, Der Blick des Anderen, in: Der Spiegel 3/2006, S. 145, 146; Levinas, Totalität und Unendlichkeit, 1961
48 Martin Buber, Ich und Du (1923), in: Das Dialogische Prinzip, 11. Auflage, 2009, S. 15
49 V. Frankl, Fn. 36, S. 65
50 Hüther Gerald, Etwas mehr Hirn bitte, 2015, S. 66
51 Hüther, ebd. S. 67
52 Hüther, ebd. S. 67
53 Fredmund Malik, Navigieren in Zeiten des Umbruchs, Die Welt neu denken und gestalten, 2015, S. 21, 68
54 Malik, ebd., S. 21
55 V. Frankl, Fn. 43, S. 124
56 F. Nietzsche, Götzendämmerung, Sprüche und Pfeile, 12
57 Julius Kuhl, Spirituelle Intelligenz, 2.erw. Auflage, 2015 S. 57
58 C. G. Jung, Erinnerungen, S. 327 f.
59 Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen – übersetzt von Peter Knauer, 2011, S. 38, 39
60 Andrea Clausen, Fn. 1, S. 83
61 Klaus M. Leisinger, Fn. 6, S. 54
62 Bussmann, Kai-D. , Fn. 18, S. 50, 54
63 Ursula Grooterhorst, Fn. 18, S.4
64 Klaus M. Leisinger, Fn. 6, S. 56
65 Herles Benedikt, Die kaputte Elite (2015), S. 42
66 Klaus M. Leisinger, Fn. 6, S. 70
67 Klaus Werle, Die Geistreichen, in: Managermagazin 10(2013), 140-146
68 Assländer, Fn. 5 , S. 329, 336
69 Albert Schweitzer, Fn. 36, S. 85.


 

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